Sanierung des Blauen Wunders darf nicht zu Lasten des Radverkehrs gehen!

Grüne reichen Antrag für bessere Radverkehrs-Bedingungen während der Bauarbeiten ein.

Von 2019 an steht dem Blauen Wunder eine langjährige Sanierung bevor, die laut Auskünften der Stadtverwaltung unter Umständen bis 2025 andauern kann. In dieser Zeit werden dem gesamten Verkehr nur zwei Fahrspuren, also eine in jede Richtung, zur Verfügung stehen.

Dr. Wolfgang Deppe, Sprecher für Umwelt der Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen und Stadtrat aus Blasewitz, erklärt: „Damit würde sich die bisher schon bedenkliche Verkehrssicherheit von Radfahrer*innen gegenüber dem Kfz-Verkehr drastisch verschlechtern. Bereits jetzt kommt es auf der stark befahrenen Brücke immer wieder zu unfallträchtigen Konflikten, bei denen Radfahrer*innen in gefährlicher Weise von Autofahrer*innen abgedrängt werden. Das führt dazu, dass viele sich nicht mehr auf die Fahrbahn trauen und zu ihrer eigenen Sicherheit die beiden Fußwege über die Brücke benutzen, was jedoch wegen mangelnder Geländerhöhe nicht zulässig ist und gelegentlich von der Polizei verfolgt wird.“

Nach Aussagen der Verwaltung sind bisher keine besonderen Sicherungsmaßnahmen für den Radfahrverkehr während der Bauzeit vorgesehen.

„Die damit eintretende einseitige drastische Gefährdung und Benachteiligung einer wichtigen Gruppe von Verkehrsteilnehmer*innen während der Sanierung ist aus unserer Sicht jedoch nicht hinnehmbar“, stellt der Stadtrat klar.

Der Radverkehr stellt einen wesentlichen Anteil an den Verkehrsströmen über das Blaue Wunder dar. Die Querung ist für viele Radfahrerinnen und Radfahrer auf ihren täglichen Arbeits-, Schul- und Besorgungswegen unverzichtbar (die nächste Brücke ist 3 km entfernt).

Aus Sicht der Grünen Fraktion sind zwingend Maßnahmen notwendig, um die Gefährdung von Radfahrerinnen und Radfahrern an Leib und Leben durch ein enges Neben- und Ineinander auf der Brücke zwischen Rad-, Auto- und Busverkehr ohne Ausweichmöglichkeiten zu minimieren.

„Wir Grüne haben daher einen Antrag in den Stadtrat eingebracht, der die Stadtverwaltung beauftragt, dem Stadtrat bis zum 31.12.2018 ein verbindliches Maßnahmenkonzept vorzulegen, das den besonderen verkehrlichen Schutz von Radfahrerinnnen und Radfahrern während der mehrjährigen Sanierung der Brücke garantiert“, erläutert Dr. Deppe den Inhalt des Antrags.

Der Grünen-Stadtrat zählt Möglichkeiten auf: „Aus unserer Sicht ist insbesondere zu prüfen, ob z.B. durch zeitweise Erhöhung der Geländer eine gemeinsame Nutzung der derzeitigen Fußwege durch Fußgänger*innen und Radfahrer*innen ermöglicht werden kann. Wir können uns auch bevorrechtigte Aufstellflächen und Ampelvorrangschaltungen für den Radverkehr und eine Tempobegrenzung auf 20 km/h mit entsprechender technischer Kontrolle vorstellen. In Betracht käme auch eine (technisch allerdings aufwendige) Behelfsbrücke während der Bauzeit, wie sie sich bei der Sanierung der Albertbrücke sehr bewährt hat. Zusätzlich hilfreich kann auch die rasche fahrradfreundliche komplette Sanierung des Körnerwegs sein.“

„Solche speziell für den Radverkehr notwendige Maßnahmen können nicht durch kostenlose DVB-Tickets ersetzt werden, wie sie die SPD jetzt für die Bauphase fordert, abgesehen von den rechtlichen Problemen, die dieser Vorschlag schafft. Für viele Menschen ist das Fahrrad für ihre Verkehrsziele nicht durch den Autobus ersetzbar“, so der Unweltpolitiker abschließend.

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